5 Fragen an … das Kinder- und Jugendhaus Ratze
06/10/2015
Jede Woche ein neues Porträt – das ist das Prinzip unserer Interview-Reihe „5 Fragen an…“. Lernen Sie die von Aktion Hilfe für Kinder langfristig geförderten Projekte besser kennen und erfahren Sie, wie vielfältig die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist. Wir erzählen, wofür die einzelnen Einrichtungen die monatliche Spende von Aktion Hilfe für Kinder verwenden. Viele tolle Angebote für Kinder und Jugendliche werden so erst möglich!
Heute stellen wir unsere fünf Fragen an das Kinder- und Jugendhaus Ratze aus Bremen
In welchem Bereich der Kinder- und Jugendhilfe engagiert ihr euch?
Unscheinbar, aber für unsere Kinder und Jugendlichen nicht übersehbar – ein kleines Haus im Hinterhof eines Wohnblocks am Waller Bahnhof in Bremen: das Kinder- und Jugendhaus Ratze. Unsere Angebote sind vielfältig. Die „Ratze“ (oder liebevoll Schuppen genannt) beherbergt morgens bis mittags eine Kindergartengruppe mit 15 Kindern im Alter von 1,5 bis 6 Jahren, am Nachmittag die Hortkinder, die den Schuppen bis zur sechsten Klasse besuchen können. Am Abend und manchmal auch am Nachmittag treffen sich außerdem unsere Jugendlichen im Haus und auf dem Gelände. Unsere kleinen und großen Besucher_innen sind international und vom Alter bunt gemischt. Neben den Gruppenangeboten gibt es verschiedene Aktivitäten im Haus. Die Kinder und Jugendlichen können bei uns Fußball oder Basketball spielen, Schwimmen, Fahrrad oder Einrad fahren, kreativ sein, Feuermachen, Schnitzen, den Technik-Workshop besuchen, Backen, Abhängen, Hausaufgaben machen, Musik hören, Spielen, Essen und vieles mehr.
Was macht eure Arbeit so besonders?
Besonders macht die Arbeit in der Ratze, dass wir mit allen Altersgruppen arbeiten. Da auch viele Eltern im Schuppen zu Hause sind, arbeiten wir nicht selten generationsübergreifend. Während wir für die Kinder aus dem Elementar- und Hortbereich ein überwiegend erlebnispädagogisches Angebot machen, bieten wir den Jugendlichen Hilfe bei Schule und Ausbildung. Probleme in Schule oder zu Hause werden mit uns oder eben einfach bei uns besprochen und nicht selten gelöst. Wir begleiten unsere Jugendlichen zu Beratungsstellen oder Behörden, unterstützen bei Bewerbungsschreiben, Praktikums- oder Ausbildungsplatzsuche. Auch den Eltern stehen wir oft unterstützend bei Behörden-, Wohnungs- oder Erziehungsfragen zur Seite. Kinder und Jugendliche, die mit Hunger zu uns kommen, können etwas zu essen bekommen, egal ob sie angemeldet sind oder nicht.
Wofür setzt ihr die monatliche Unterstützung von Aktion Hilfe für Kinder ein?
Was sich in dem fast 40-jährigen Bestehen der Ratze nicht verändert hat, ist das viele unserer Kinder und Jugendlichen Hunger haben. Vor allem zum Monatsende ist dies besonders spürbar. In all den Jahren des Bestehens dieses Hauses war klar, dass das Hauptangebot Essen für alle Beteiligten ist. So ist es auch heute noch. Hier werden wir von Aktion Hilfe für Kinder unterstützt. Das Angebot „Essen für Alle“ bedeutet, dass all die Angebote wie Klettern, Tanzen, Malen oder Gartenprojekte überhaupt stattfinden können. Denn mit Hunger ginge dies nicht.
Was sind eure Zukunftspläne? Welche größeren Projekte stehen an?
Konkrete größere Projekte stehen nicht an. Dennoch träumen wir von mehr Platz. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die unsere verschiedenen Angebote besuchen aber auch Eltern, die Interesse haben, sich mit anderen Eltern aus den unterschiedlichen Kulturen zu treffen, sei es um Deutsch zu sprechen oder einfach Kontakte zu knüpfen, ist so groß, dass es gerade im Winter oder an nassen Tagen den Raum in unserem kleinen „Schuppen“ sprengt. Gern würden wir Platz schaffen, um mehr Begegnung zum Beispiel auch mit neu eingereisten Mitbürgern zu ermöglichen und dabei Berührungsängste und Vorbehalte dem Fremden gegenüber abzubauen.
Was sagen die Kinder über euch?
„Ich finde gut, dass ich hier Freunde gefunden habe. Und das Essen ist lecker, die Hausaufgaben kann ich hier machen und wenn wir schwimmen gehen, das mag ich auch sehr gern. Und wir können hier spielen, spielen, spielen, … . Alle sind so nett hier zu mir.“
„Das Essen ist gut und die Erwachsenen sind nett. Ich spiele hier gern Fußball mit meinen Freunden. Und wenn ich Probleme habe, dann treffe ich hier immer jemanden, der Zeit für mich hat und wir dann darüber reden können.“
„Ich finde gut, dass der Schuppen auch in den Ferien auf hat. Wir unternehmen dann viel gemeinsam und können einfach herkommen. Das wir im Sommercamp zusammen waren, das fand ich toll.“
„Ich finde hier alles gut. Alles, alles, alles, …“
Hier geht es zur Internetseite des Kinder- und Jugendhaus Ratze.